Cryosat misst die Meereshöhe genauer

Die globale Erwärmung soll den Meeresspiegel ansteigen lassen - so die Vorhersagen. Die tatsächliche Meereshöhe zu messen gestaltet sich jedoch sehr schwierig. Wellen, Ebbe und Flut, Eisbildung, unregelmäßige Küstenverläufe und Windeinflüsse verfälschen die Messwerte durch Radardaten. Nur eine Erhöhung der Zahl der Messungen für den selben Messpunkt und eine genauere Radaranlage können hier verlässliche Daten liefern. Genau dies leistet der europäische Satellit der ESA namens Cryosat 2.
Gestartet wurde Cryosat 2 Ende 2010 und die erste Messperiode wird nun ausgewertet. Die Sensoren an Bord können erstmals den Einfluss von Eis im Wasser bestimmen und auch im flachen Küstengewässern exakte Daten liefern. Herkömmliche Satelliten ermitteln für einen Messpunkt höchstens einige Dutzend Werte über einen typischen Zeitraum von fünf Jahren. Erreicht wird damit eine Genauigkeit der Meereshöhe von plus/minus 10 bis 15 Zentimetern. Cryosat misst die selbe Stelle in den fünf Jahren etwa 7000 Mal und erreicht damit eine Genauigkeit von ungefähr sieben Zentimetern. Besonders in küstennahen Zonen sind die Cryosat-Werte genauer als bisher.
Die ESA versucht sich gleich an der schwierigsten Küste - in Norwegen. Mit über 100 000 km Länge ist dies die zweitlängste Küste auf unserem Planeten.

Quelle: ESA
www.esa.int