Abschuss der MH17: Vier Anklagen wegen Mord in 298 Fällen

Am 17. Juli 2014 überflog eine Boeing 777 der Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur die Ukraine. Gegen 16.20 Uhr stürzten brennende Trümmer auf das von russischen Separatisten beherrschte Gebiet. Keiner der 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder überlebte. Nach Untersuchung der Trümmer (Foto) und Flugdatenschreiber konnte ein technisches Versagen ausgeschlossen werden. Da die meisten Insassen aus den Niederlanden kamen, hat das Land die Federführung bei der Untersuchung des Vorfalls durch die Ukraine übertragen bekommen, nachdem eine Resolution des Weltsicherheitsrates eine unabhängige Analyse gefordert hatte.
Nach Angaben des niederländischen Abschlussberichtes vom Oktober 2015 explodierte neben dem Cockpit der Boeing 777 eine Flugabwehrrakete vom Typ Buk. Über die Herkunft der Waffe machte der Bericht keine Angabe, grenzte jedoch das mögliche Startgebiet auf eine Fläche innerhalb des von Separatisten beanspruchten Territoriums ein.
Am 19. Juni 2019 haben die internationalen Ermittler in Utrecht Anklage gegen vier Männer, drei Russen und einen Ukrainer, erhoben. Ihnen wird 298-facher Mord vorgeworfen. Nach den Angaben der Ermittler haben die weiteren Untersuchungen belegt, dass sowohl das Raketen-Startfahrzeug, als auch der zugehörige Konvoi den russischen Streitkräften gehörten. Der Prozess soll im März 2020 beginnen. Russland hat bisher immer die Auslieferung von Angeklagten verweigert.

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