Das Ende des Flughafens Tegel TXL

An den Fenstern der Treppentürme mit Blick auf das Rollfeld war kein Platz frei. Dicht drängten sich am Sonntag, dem 8. November 2020 die Schaulustigen und Fotografen auf dem Flugplatz Berlin-Tegel. Gegen 15.39 Uhr hob das letzte Passagierflugzeug von diesem traditionsreichen Airport ab: Ein Airbus der Air France auf dem Weg nach Paris.
Tegel lag zu Zeiten der Berliner Mauer im französischen Sektor. Während der Blockade wurde der Flugplatz in kurzer Zeit von Freiwilligen gebaut, um die Versorgung des Westteils Berlins zu sichern. Im Jahr 2019 wurden in Tegel 24 Millionen Passagiere abgefertigt. Für solche Massen war der Flughafen 1975 nicht ausgelegt worden. Mit Plakaten bedankte sich die Flughafengesellschaft Berlin deswegen bei den Mitarbeitern und indirekt wohl auch bei den Architekten des Büros GMP (Foto).
Obwohl der Flugbetrieb eingestellt wurde, bleiben die Einrichtungen von Tegel noch sechs Monate betriebsbereit, um im Falle von Schwierigkeiten am neuen Flughafen Schönefeld BER einspringen zu können. Auf dem militärischen Teil des Airports im Norden des Geländes werden die Hubschrauber der Bundeswehr voraussichtlich noch bis 2029 operieren. Foto: Uwe W. Jack