Drohnen sollen Vögel von Flughäfen fern halten

Die spektakuläre Notlandung auf dem Hudson River in New York im Jahr 2009 war der Auslöser für ein Forschungsprojekt des amerikanischen Forschungs-Institutes Caltech. Ein Schwarm Wildgänse hatte damals beide Triebwerke eines Airbus kurz nach dem Start ausfallen lassen. Soon-Jo Chung, Professor für Robotic, kam zu der Überzeugung, dass die Passagiere nur durch die Fähigkeiten der beiden Piloten überlebt hatten, bei ähnlichen Vorfällen aber nicht immer auf so viel Glück zu hoffen sei. Gegenwärtig gehe man gegen Vogelschwärme so vor, dass entweder das Gelände unattraktiv für solche Vögel gestaltet werde oder trainierte Greifvögel zur Abschreckung eingesetzt werden. Manchmal werden auch schon ferngesteuerte Drohen zum Erschrecken der Vögel verwendet. Dies sei aber ineffektiv und letztlich auch sehr teuer. Bei seinem Forschungsprojekt fand Professor Chung heraus, dass es bestimmte Verhaltensweisen der Drohnen gibt, die Vogelschwärme von  Verbotszonen fernhalten können. Sind sie vom Schwarm zu weit entfernt, haben Drohnen keine Wirkung, sind sie zu nahe am Schwarm, löst sich der Verband aus Angst auf und die Vögel sind unkontrollierbar. Das Team bei Caltech entwickelte nun Steueralgorithmen, durch welche eine Drohne den Vogelschwarm als Ganzes steuert, ähnlich wie ein Hirtenhund eine Schafherde. Das Fluggerät fliegt dabei autonom, ohne einen Menschen an der Fernsteuerung. Versuche in Korea waren sehr erfolgreich. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Gruppe in einer 15-seitigen Studie in englischer Sprache.

Abbildung: Soon-Jo Chung / Caltech

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