Europa will wiederverwendbare Rakete bauen

SpaceX hat es vorgemacht, bisher sind von 20 Raketen der amerikanischen Privatfirma die Erststufen wieder gelandet. Die französische Raumfahrtbehörde CNES und das deutsche Gegenstück DLR haben zwei Jahre an einem Konzept gearbeitet, eine Versuchsrakete für die Wiederverwendbarkeit zu entwickeln. Callisto heißt das Ergebnis der Arbeiten. Callisto soll mit einer Länge von 13,5 Metern und einem Durchmesser von einem Meter die kleinste Rakete im Arsenal Europas werden. Angetrieben wird das Versuchsexemplar vermutlich mit Flüssigwasserstoff und –sauerstoff. Beim Landeanflug klappen am Bug vier aerodynamische Steuerflächen aus und am Heck spreizen sich vier Landebeine.
Der Erstflug ist für 2020 geplant, die Arbeiten an Callisto sollen jedoch nicht mit der neuen Ariane 6 kollidieren, die 2020 ebenfalls erstmals starten soll. Noch ist man in Europa skeptisch, ob sich eine Wiederverwendung überhaupt lohnt. Eine mögliche Anwendung wäre, Callisto als Booster für die Ariane 6 zu nutzen. Technisch gesehen könne aber schon allein die Entwicklung neue Erkenntnisse zu den Bereichen Software für die Steuerung, Aerodynamik einer Stufenrückführung oder Schubsteuerung von Triebwerken bringen.

Grafik: CNES