Hilfsfond auch für die mittelständische Luftfahrt

Mit der deutschen Fluglinie LGW von Zeitfracht hat am 22. April 2020 wieder ein mittelständischer Luftfahrtbetrieb wegen der Corona-Krise Insolvenz anmelden müssen. Betroffen sind über 350 Mitarbeiter.
Nicht nur die großen Unternehmen wie Lufthansa und Condor, sondern gerade auch die mittelständischen Betriebe, die in allen Branchen den Kern der deutschen Industrie bilden würden, müssten mit Hilfe des Wirtschaftsstabilitätsfonds vor dem unverschuldeten Absturz durch Corona bewahrt werden. Das betonte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas  Jarzombek, am Dienstag in einer Videokonferenz mit dem Luftfahrt-Presse-Club (LPC). Er verwies auf die Bedeutung der Zulieferkette für Airbus. „Wenn ein kritisches Teil fehlt steht die ganze Kette still.“ Da gerade China zu den Ländern gehöre, die trotz der weltweiten Krise bestellte Flugzeuge planmäßig übernehmen, gestatte man Vertretern der chinesischen Airlines die Einreise nach Deutschland, um die Maschinen in Hamburg zu checken und in ihre Heimat zu überführen.
Jarzombek unterstrich die Notwendigkeit, auch jene Unternehmen zu unterstützen, die an zukunftsträchtigen Entwicklungen wie Elektroflugzeugen arbeiten und deshalb für die zurückliegenden Jahre noch keine Gewinne vorweisen können. Wenn sich der Luftverkehr nach der Krise wieder zu normalisieren beginne, werde das Thema Klimaschutz wieder im Vordergrund stehen. Nachdem sich Deutschland bei den Elektroautos von den Amerikanern die Butter habe vom Brot nehmen lassen, „darf uns das beim Luftverkehr nicht passieren“.

Foto: LGW