Indien lässt Business-Propjet wieder fliegen

Begonnen hatten die Arbeiten am indischen Geschäftsflieger Saras schon Anfang der 1990er-Jahre, damals in Zusammenarbeit mit Russland. Das Konzept eines mit zwei Schub-Propellern ausgerüsteten kleinen Transport- und Passagierflugzeugs schien in der Region gute Absatzchancen zu haben. Wohl aus Kostengründen zog sich der russische Partner bald zurück. Das Projekt geriet immer mehr in Zeitverzug und der ursprünglich für 2001 geplante Erstflug wurde dann erst im Mai 2004 durchgeführt. Die Entwicklung litt einerseits unter dem Embargo der USA wegen indischer Atomtests. Andererseits wurde die Maschine immer schwerer und konnte die geforderten Leistungen nicht mehr bringen. Nach Absturz des zweiten Prototyps am 6. März 2009, bei dem die dreiköpfige Besatzung ums Leben kam, wurde das Projekt vorerst eingestellt.
Überraschend nahm ein neu gebauter, dritter Prototyp Anfang des Jahres 2018 Rolltests auf und startete nun am 24. Januar 2018 zu einem 40-minütigen Erstflug. Der Hersteller, National Aerospace Laboratories, gab bekannt, die Maschine sei gegenüber den ursprünglichen Entwürfen überarbeitet worden und werde etwa 20 Versuchsflüge durchführen, um Daten über das Flugverhalten der Saras zu ermitteln.

Foto: National Aerospace Laboratories