Insolvenz der Lufthansa abgewendet

Am 25. Juni 2020 machte sich Erleichterung breit. Die Aktionäre der angeschlagenen Lufthansa stimmten mit 98 Prozent für die Annahme der von der Bundesregierung angebotenen Finanzhilfe. Bis zu letzt hatte ein Großaktionär Zweifel daran gelassen, ob er zustimmen würde.
Die Regierung wird 5,7 Milliarden Euro als Einlage und einen Kredit über drei Milliarden Euro zur Stützung der Airline bereitstellen. Weiter wird die Bundesrepublik für 300 Millionen Euro Anteile an der Lufthansa kaufen und wird damit zum Großaktionär mit 20 Prozent Anteilen. Die Kreditsumme könnte sich verringern, wenn Lufthansa-Tochterunternehmen im Ausland von dortigen Regierungen Hilfsgelder erhalten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr äußerte sich erleichtert: „Das Stabilisierungspaket ist der Schlüssel für unsere Zukunft.“ Er gab der Hoffnung Ausdruck, die Staatshilfen so schnell wie möglich, vielleicht sogar schon innerhalb von drei Jahren, zurückzuzahlen.
Hätte der Großaktionär diese Lösung blockiert, hätte die Lufthansa Insolvenz anmelden müssen. Die Lufthansa hat mit dieser Finanzlösung aber nicht alle Probleme vom Tisch. Sie meldet einen Personalüberhang von 22 000 Beschäftigten. Nicht alle früheren Destinationen werden bei der Wiederaufnahme des vollen Flugverkehrs angeflogenen. Auch plant die Lufthansa nicht alle Flugzeuge wieder in Betrieb zu nehmen.

Foto: Lufthansa