Probleme mit dem Triebwerk von Pratt & Whitney für Airbus A320neo

Airbus hat neue Schwierigkeiten mit dem PW1000-Getriebefan (GTF) von Pratt & Whitney, einer der beiden Antriebsversionen für die „new engine option“ (neo) der A320-Familie. Bei in jüngster Zeit ausgelieferten Maschinen ist es wiederholt zu Startabbrüchen oder Triebwerksabschaltungen während des Fluges gekommen. Ursache sollen Probleme mit der hinteren Nabe des Hochdruckverdichters sein. Betroffen sind nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsagentur Triebwerke ab der Seriennummer ESN P770450, die eine bestimmte Modifikation aufweisen. Die EASA hat eine dringliche Lufttüchtigkeitsanweisung erlassen. Danach gilt für Maschinen, die mit zwei der betroffenen Triebwerke ausgestattet sind, spätestens nach drei Flügen ein Startverbot bis zum Austausch mindestens eines Antriebs. Betroffen sind laut Air Transport World elf Flugzeuge. Für Maschinen mit nur einem der fraglichen Triebwerke wurde die ETOPS-Genehmigung, die eine erhöhte Entfernung von bis zu 180 Flugminuten zum nächsten Airport erlaubt, ausgesetzt. Hier soll es sich um 21 Flugzeuge handeln.
Dem Vernehmen nach hat Airbus die Abnahme weiterer Triebwerke des Herstellers vorerst ausgesetzt. Bereits 2015 hatte sich die Erstauslieferung des A320neo wegen Problemen mit der Technik und der Software des GTF verzögert. Laut Airbus fliegen bisher 113 Flugzeuge der A320neo-Familie bei 18 Airlines mit PW1000-Triebwerken. Seit der Aufnahme des Liniendienstes im Januar 2016 haben die Antriebe laut Hersteller mehr als eine halbe Million Flugstunden absolviert.

Foto: Pratt & Whitney