Stratolaunch baut keine eigenen Trägersysteme

Nach dem Tod des Gründers Paul Allen im Oktober 2018 ergeben sich in der Raumfahrtfirma Stratolaunch erhebliche Konzeptänderungen. Am 18. Januar 2019 gab die Firma bekannt, sie werde die ursprünglich geplante Reihe von Trägersystemen nicht entwickeln. Zur Zeit bereitet die Firma das (nach der Spannweite von 117 m gemessen) größte Flugzeug der Welt auf den Erstflug vor. Die sechsstrahlige Doppelrumpfmaschine sollte eine ganze Familie von Raketen auf Höhe tragen, dort ausklinken und in den Orbit fliegen lassen.
Gekauft hat Stratolaunch die Rechte an der bewährten Pegasus (links in der Grafik) mit etwa 370 kg orbitaler Nutzlast. Ein mittelschwerer Träger mit Tragflächen sollte etwa 3400 Kg Nutzlast befördern, eine Rakete mit zwei Boostern etwa 6000 kg. Das zukünftige Weltraumflugzeug (rechts) sollte wieder verwendbar sein und zuerst unbemannt und später mit Besatzung fliegen. Nun bleibt nur noch die kleine Pegasus, für die das Trägerflugzeug aber erheblich überdimensioniert ist. Damit dürften die Betriebskosten für den Start von Mini-Satelliten im Vergleich zu den vielerorts in der Entwicklung befindlichen Klein-Trägerraketen kaum konkurrenzfähig sein.

Grafik: Stratolaunch