Trainieren US-Kampfpiloten bald in der Virtuellen Realität?

„Trainiere wie Du kämpfst – kämpfe wie Du trainiert hast!“ Dies ist der Wahlspruch für Kampfpiloten, ein gutes Training bereitet auf alle Eventualitäten im Ernstfall vor. In den USA gibt es dafür spezielle Verbände, die als Sparringspartner für die Piloten bereitstehen. Dabei gehen beide Seiten in den simulierten Luftkämpfen bis an die Grenze des Möglichen – mit tödlicher Konsequenz. Zwischen 2013 und 2017 starben in den USA über 130 Kampfflieger bei solchen Übungen.
Die Trainingspartner versuchen, die Eigenschaften eines möglichen Gegners, was Flugzeugtechnik, Taktik und erlernte Fähigkeiten der Besatzungen so gut es geht darzustellen. Dem sind aber Grenzen gesetzt. Zudem ist solch ein Training teuer. Um den Luftkampf mit modernen Jets zu simulieren, werden F-22 für 40 000 Dollar pro Stunde genutzt (Foto). Die Verantwortlichen der für solche Luftkampfübungen genutzten Basis Edwards in Kalifornien haben nach Alternativen gesucht.
Der ehemalige Kampfpilot Dan Robinson bietet mit seinem Startup „Red 6“ eine Luftkampfsimulation an, bei dem Piloten nicht gegen einen echten Gegner manövrieren müssen. Mittels „Augmented Reality“ wird dem Piloten in seinem Flugzeug der Gegner im Helmdisplay nur eingespiegelt. Alles andere ist echt, er muss sein Flugzeug wirklich fliegen und spürt alle Belastungen. Nur die Gefahr einer Kollision mit einem Trainingspartner gibt es nicht mehr. So kann zum Beispiel auch ein Luftkampf mit dem neuen russischen Stealth-Fighter Suchoi Su-57 ausgeführt werden. Dafür gibt es keinen echten Trainingspartner.

Foto: U.S. Air Force - Senior Airman Kristine Legate