DRF: Papierloses Cockpit dank Tablet-PC

Die Besatzungen der DRF Luftrettung benötigen bei ihren weltweiten Ambulanzflügen eine Fülle an Informationen – vom umfangreichem Kartenmaterial bis hin zum 900 Seiten starken Flugbetriebshandbuch. Seit kurzem setzt die DRF Luftrettung in den Cockpits ihrer Ambulanzjets erfolgreich Tablet-PCs ein, auf denen diese notwendigen Informationen gespeichert sind. Die digitalen Helfer erleichtern den Crewmitgliedern bei ihren Patientenrückholungen ihre Arbeit und sparen Zeit, Gewicht und Kosten.


Für ihre drei Ambulanzflugzeuge hat die DRF Luftrettung insgesamt sieben „Electronic Flight Bags“ (EFB) angeschafft. Die Tablet-PCs enthalten sämtliche Strecken- sowie An- und Abflugkarten, Dokumentationen sowie das Flugbetriebshandbuch. Rund 35 Kilogramm Papier bleiben damit am Boden – stattdessen befinden sich 600 Gramm Hightech im Cockpit. Das spart Gewicht und somit Geld, denn je schwerer das Flugzeug ist, umso mehr Kerosin verbraucht es. „Auf unser durchschnittliches Einsatzaufkommen pro Jahr hochgerechnet sparen wir durch die Tablets etwa 7 000 Euro Kerosinkosten pro Jahr“, sagt Udo Kordeuter, Flottenchef Ambulanzflugzeuge der DRF Luftrettung.

 

Tablet-Einsatz spart Zeit
Zusätzlich erleichtern die elektronischen Pilotenkoffer die Arbeit der Crewmitglieder: „Vor jedem Einsatz aktualisieren wir alle für den Flug relevanten Daten. Das geschieht mit den Tablets automatisch via Internet und dauert etwa 30 Minuten“, erläutert Norbert Fleischmann, Kapitän und Leiter Standardisierung Flugzeuge bei der DRF Luftrettung. Damit entfällt die früher notwendige Revision des Kartenmaterials, mit der ein Pilot alle zwei Wochen bis zu vier Stunden lang beschäftigt war. Hinzu kommt, dass die EFBs besser zu handhaben sind als die Dokumente in Papierform.


Tablets erhöhen die Flugsicherheit
Sollte mal ein Gerät ausfallen, herrscht im Cockpit aber nicht etwa sprichwörtlich Funkstille: „Wir haben immer ein zweites Tablet als Ersatz dabei. Es enthält exakt dieselben Informationen wie das Erstgerät“, so Fleischmann. „Außerdem können wir uns darauf schon während des Hinflugs die Streckenkarten für den Rückflug anzeigen lassen.“ Darüber hinaus ist es der Crew möglich, noch während des Einsatzes aktuelle Informationen zu Flughindernissen, möglichen Landeplätzen und Wetterentwicklungen abzurufen. Das erhöht die Flugsicherheit.
DRF Luftrettung arbeitet an Software für Hubschrauber
Langfristig soll auch die Hubschrauberflotte der DRF Luftrettung von den Innovationen im Cockpit profitieren. Seit das Luftfahrtbundesamt die EFBs im August 2012 offiziell für den Flugbetrieb in den Ambulanzflugzeugen der DRF Luftrettung zugelassen hat, arbeitet die Organisation an einer Software, die speziell auf die Anforderungen der Hubschrauberbesatzungen zugeschnitten ist. Dann sollen künftig auch die Hubschraubercockpits papierlos sein.

 

Quelle: DRF Luftrettung

www.drf-luftrettung.de