Japanischer Milliardär fliegt mit Künstlern zum Mond

Das Rätselraten um den zahlenden Passagier für den ersten bemannten Mondflug der amerikanischen Firma SpaceX ist beendet. Am 17. September 2018 gab der Firmengründer Elon Musk die Details der Mission bekannt. Der Betreiber einer japanischen Modeplattform im Internet, der 42-jährige Yusaku Maezawa, hat eine nicht unerhebliche Summe für sein Weltraum-Ticket gezahlt. Über die Höhe der Zahlung wurde Stillschweigen vereinbart, doch Musk kommentierte die Summe: „Sie hat einen handfesten Einfluss auf das Raketenprogramm.“
Der Flug, der nach Angaben von Musk jetzt für das Jahr 2023 geplant ist, soll vier oder fünf Tage dauern. Der Mond wird dabei in einer freien Rückkehrbahn einmal umrundet. Ein Einschwenken in eine Umlaufbahn ist nicht vorgesehen. Das 55 Meter lange Raumschiff (Grafik) wurde noch letzten Änderungen unterworfen. Der Kabinenraum wurde auf 1100 Kubikmeter vergrößert. Der Space Shuttle verfügte über eine Kabinengröße von etwa 66 Kubikmetern. Am Heck befinden sich drei große Flossen in welche die Landebeine integriert sind. Zwei Kanards am Bug sind beweglich und helfen beim Manövrieren in der Atmosphäre. Als Triebwerk wurde der gleiche Raptor-Motor gewählt, der auch die Erststufe antreibt. Damit sei das Entwicklungsrisiko deutlich gesenkt worden, so Musk.
Das Raumschiff wird 2019/20 einige kurze Parabelflüge in der Atmosphäre unternehmen. Danach wird ein Testflug in große Höhen vorstoßen und die Geschwindigkeit enorm steigern. Die Erststufe wird ab 2020 getestet werden, das erste Exemplar befindet sich im Bau. Etwa 2021 soll die Kombination aus Erststufe und Raumschiff dann einen Flug in den Erdorbit absolvieren. Musk fügte hinzu, dies sei der vorläufige Zeitplan und man sei sich nicht absolut sicher, ob der Termin für den Mondflug gehalten werden kann. In der Wirklichkeit funktionieren nicht alle Sachen so, wie sie sollten.
Der Mondpassagier Maezawa wird den Flug nicht allein unternehmen. Er hat sich die Teilnahme von sechs bis acht Künstlern ausbedungen, die er selbst auswählen wird. Diese sollen nach dem Flug ihre Eindrücke in Kunstwerken verarbeiten.

Grafik: SpaceX