MiG-25, MiG-31 und F-15E von Revell im Maßstab 1:144

Der Höhenaufklärer MiG-25 bzw. der Abfangjäger MiG-31 sind legendär. Im Kleinmaßstab 1:144 gibt es die Jets in neuen alten Bausätzen von Revell.

Revells 144er: MiGs und F-15E

Der Höhenaufklärer MiG-25 bzw. der Abfangjäger MiG-31 sind legendär. Im Kleinmaßstab 1:144 gibt es die Jets in neuen alten Bausätzen von Revell.

Bei den Bausätzen handelt es sich um die MiG-25 und MiG-31, eine Wiederauflage von recht alten Bausätzen, welche unter dem Revell-Label erstmals erschienen. Die Spuren der Bausätze gehen sogar noch weiter zurück, wahrscheinlich sogar bis in die achtziger Jahre. Modellbauer mit hohen Ansprüchen sollten diese deshalb gleich etwas herunterschrauben.

Der Zahn der Zeit

Das Alter der Bausätze, aber auch leichte Anpassungen durch Revell, sieht man den Bausätzen an. Der originale Bausatz der MiG-31 hatte noch ein Fahrwerk wie die MiG-25, also eine Achse mit Doppelbereifung. Dies hat man angepasst auf das markante Tandemhauptfahrwerk. Des Weiteren wurde auch der Luft- einlass oben auf den Triebwerkseinläufen dem Vorbild angenähert.
Beide Bausätze zählen noch zu der Generation von 1:144er ohne Cockpit. Hier bietet die Firma Retro Kit Abhilfe. Ein weiteres Manko stellen die markanten Schubdüsen da. Diese schließen im Modell der MiG-25 mehr oder weniger fast sofort ab und haben quasi keine Tiefe. Bei der MiG-31 sieht das glücklicher Weise schon anders aus. Bei den Lufteinläufen beider Maschinen sind die Kanten einfach zu dick, des weiteren hat die innere Kante im Original eine kurvige Form und ist nicht gerade, wie die Bausätze der beiden Maschinen es zeigen. Interessanterweise zeigen die Titelbilder der Kartons es richtig, und bieten sich als Vorlage für kleine Anpassungen an.

Zusammenbau und Ergebnis

Die Güsse sind tadellos und der Zusammenbau war von der Passgenauigkeit her auch in Ordnung. Einzig die Cockpithauben liegen vielleicht etwas zu hoch auf. Diese sind einteilig und sehr klar gegossen, die Streben erkennbar und gut zu maskieren. Die Oberflächen an der MiG-25 verfügen über versenkte Gravuren, welche an sich aber recht einfach sind. Bei der MiG-31 sind sie besser ausgeprägt. Entsprechend der wenigen Teile findet man in der gut gestalteten Bauanleitungen schnell zum Ziel, was den Bausatz sicherlich für Anfänger attraktiv macht.Die matten Decal-Bögen aus Portugal sind wie von Revell gewohnt einwandfrei bedruckt und erlauben den Bau einer recht aktuellen Maschinen der Russischen Luftstreitkräfte aus dem Jahre 2005 mit einer roten 72. Bei der MiG-31 handelt es sich um die blaue 17, ebenfalls der Russischen Luftstreitkräfte aus dem Jahr 2014.
Insgesamt sind die Rebox-Versionen von 2015 gute Bausätze für kleines Geld – und damit optimal für Einsteiger. Auch erfahrene Modellbauer werden mit diesen Klassikern sicherlich noch Spaß haben. Wer nach mehr Details sucht, wird aber bei Revells F-15E fündig.

Die F-15E Strike Eagle

Dieses kleine Schmuckstück bedarf einer gesonderten Betrachtung, da dieser Bausatz von Revell eine wahre Augenweide für alle Fans des 144er-Maßstabs darstellt. Der Zweisitzer wird sowohl für Luft-Boden-Einsätze mit hoher Waffenlast als auch als Abfanjäger eingesetzt und fliegt Nacht- und Allwettereinsätze. Die USAF hat insgesamt 209 Exemplare in ihrem Bestand.

Hier handelt es sich um eine Wiederauflage von 2010, und das sieht man dem Bausatz so- fort an. Ganz auf der Höhe der Zeit, ziehen sich die schön ausgeprägten Gravuren durch das ganze Kit. Auch die verschiedenen Raketen und Zuladungen sind mit hoher Qualität ausgegossen und bedürfen nur sehr kleinen Schleifarbeiten. Die F15E ist mit CFT (Conformal Fuel Tanks) ausgestattet, die Revell perfekt wiedergegeben hat, sie schmiegen sich wunderbar am Rumpf an.
Die verschiedenen Waffenhalterungen, oder auch Pylonen genannt, haben hier eine kleine Besonderheit. Für die AIM-120 AMRAAM-Raketen sind die seitlichen Ausleger zur Befestigung länger als bei einer Sidewinder – für diese hat Revell noch ein paar Raketen beigelegt, was natürlich das Modellbauherz erfreut. Die einzelnen Waffen sind auf der Anleitung gut be- schrieben, wenn es um Bemalung und auch Decals geht, wird man nicht allein gelassen.
Das Cockpit ist in Detaillierung und Passgenauigkeit hervorragend, und es liegen auch Schiebebilder für die Instrumente bei.
Das Fahrwerk haben wir nicht genutzt - die elegante Form der F-15E wird so beibehalten. Die Schubdüsen das einzige was wir hier leider anprangern müssen. Für Profis sind diese etwas zu schlicht. Die Variante, die im Decalbogen enthalten ist, stellt eine F15E Strike Eagle mit der Sondermarkierung „10 000 Hours" von der 335 Fighter Squadron aus dem Jahre 2013 dar.
Der Bausatz ist nach unserer Meinung ein echter Hingucker – Revell hat mit den zusätzlichen Teilen gute Arbeit geleistet und angesichts des niedrigen Preises ist der Bausatz für Anfänger und Erfahrene ein echtes Muss!

◊ Daniel Eifler in FliegerRevue 05/2016