Am Airport Hannover steigt ein Flugspektakel

Von Nervosität will Michael Ruhsert nicht sprechen. Aber es wird eine Angelegenheit, bei der höchste Konzentration gefragt ist. Gemeinsam mit seinem Kopiloten Volker Opitz startet der 51-jährige Polizist am Donnerstag beim sogenannten Deutschlandflug, der in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert.

Hannover. Für Fans der Luftfahrt bietet sich am Flughafen in Langenhagen von 9.30 Uhr an ein selten zu erlebendes Schauspiel. Dann werden auf der Südbahn 120 Flieger im Minutentakt starten, darunter sowohl historische Doppeldecker als auch moderne Maschinen.

Die beiden Flieger vom Aero-Club Hildesheim-Hannover sind die einzigen Piloten aus Hannover im Wettbewerb. Bei der viertägigen Rallye über Dessau und Kamenz nach Oberschleißheim bei München geht es darum, bestimmte Objekte wie markante Bauernhöfe oder Funktürme zu erkennen. Außerdem müssen sich die Piloten an die vorgebenen Flugzeiten für eine Etappe halten. Zum Abschluss wird eine Ziellandung verlangt, bei der die Maschine innerhalb eines nur drei Meter breiten Feldes aufsetzen muss.

Ruhsert wird die ganze Zeit fliegen, Kopilot Opitz übernimmt das Suchen der Objekte und das Berechnen der Geschwindigkeit. In der Pionierzeit der Luftfahrt war der Deutschlandflug eine harte Prüfung für Mensch und Maschine. Zunächst standen die Reichweite und das Durchhaltevermögen der Flugzeuge und Motoren im Vordergrund. Seit 1933 wird ausschließlich die fliegerische Leistung der Piloten bewertet.

Den besten Blick auf das Spektakel hat man vom Rand der Südbahn oder von der Aussichtsterrasse des Flughafens, die deshalb heute bereits um 8 Uhr öffnen wird.

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