Astrium: Studie über automatische Landungen am Mond-Südpol

Astrium hat beim so genannten "Preliminary System Requirement Review" (vorläufige Systemanforderungen) die wichtigsten Ergebnisse für die im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA erstellte Mondlande-Studie „Lunar Lander Phase B1“ vorgestellt. Die Studie vertieft das Missionskonzept für die automatische Landung am Südpol des Mondes im Jahr 2019 und legt das vorläufige Design des Mondlanders fest.
 
Zudem bestätigte Astrium im Rahmen der Studie den Zeitplan für die Mission und kalkulierte die Gesamtkosten der Mission einschließlich Technologieentwicklung, Start und Missionsbetrieb mit etwa 500 Millionen Euro. 300 bis 350 Millionen Euro entfallen davon  auf Entwicklung, Fertigung und Test des Moonlanders. Auf der anstehenden ESA-Ministeratskonferenz im November 2012 soll darüber entschieden werden, in welchen Schritten die Entwicklung eines lunaren Landefahrzeugs fortgesetzt werden soll. Nach Abschluss dieser im September 2010 erteilten Phase B1-Studie wäre der nächste Schritt die Phase B2, die die Entwicklung des Raumfahzeuges abschließen und mit dem  "Preliminary Design Review" enden würde.
 
In der Studie werden auch bereits wesentlichen Technologien für eine automatische, weiche und zielgenaue Landung entwickelt und getestet; inklusive ausgeklügelter Technologien, die Gefährdungspotenziale an der Oberfläche erkennen und verhindern (z.B. Felsblöcke, Krater, Abhänge). Um sicher und weich auf dem Mond zu landen, bedarf es wichtiger Schlüsseltechnologien, wie einem automatischen Navigationssystem, das auf optischer Navigation und einem komplexen Antriebssystem basieren wird. So wurden zum Beispiel Komponenten des Antriebssystems in den Prüfständen von Astrium in Lampoldshausen betrieben. Die in Bremen vorhandenen Anlagen TRON (Testbed for Robotical Optical Navigation) und LAMA (Landing and Mobility Test Facility) des DLR Instituts für Raumfahrtsysteme wurden genutzt, um Hardware des Navigationssystems und die Landebeine in realistisch simulierter Mondumgebung zu überprüfen.
 
"Die ATV-Mission zeigt als Technologie-Demonstration die Kompetenz und Erfahrung, die Astrium auf dem Gebiet des automatischen Rendezvous und Dockings hat. Das Konzept der Studie basiert auf den Technologien des ATV und wir haben damit eine einzigartige Expertise zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien, ohne die eine automatische Landung auf dem Mond nicht möglich sein wird.", sagte Dr. Michael Menking, Leiter Orbitale Systeme und Exploration bei Astrium.
Ausschließlich Sonnenergie für den Betrieb  nutzend, werden ein klein Mondrover sowie diverse stationäre Experimente vom Landefahrzeug ausgesetzt und beginnen mit der wissenschaftlichen Forschung, die bis zu sechs Monate andauern soll (Basismission).  Die vor Ort ermittelten Ergebnisse werden zur Erde übertragen und sollen dazu dienen, erste Aussagen über die Polregion des Mondes zu erhalten, aber auch Grundlagen für spätere bemannte Missionen liefern.

 

Quelle: Astrium

www.astrium.eads.net