DC 3 soll möglichst im Juni 2012 wieder fliegen

Für den vor gut einem Jahr bei einer Notlandung beschädigten „Rosinenbomber“ gibt es möglicherweise einen Ersatzteilspender. In der britischen Stadt Coventry steht eine flugfähige DC 3. Mitglieder des Fördervereins Rosinenbomber wollen die Maschine nächste Woche in Augenschein nehmen.

Der 1944 gebaute „Rosinenbomber“ des Air Service Berlin war bei der Notlandung nahe dem Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) an den Tragflächen, den Triebwerken, der Unterseite des Rumpfes sowie am Höhenleitwerk erheblich lädiert worden. Personen wurden nur leicht verletzt. Das Flugzeug gehörte zur Luftbrücken-Flotte, die während der sowjetischen Blockade 1948/49 die Versorgung West-Berlins sicherstellte. Es stand vor seiner Umrüstung, die wegen der heutigen Sicherheitsvorschriften nötig war, ebenfalls auf dem Gelände der Flugzeugwerft in Coventry.

Der Ersatzteilspender wird voraussichtlich für 200 000 Euro zu haben sein. Das wäre allerdings nur etwa ein Fünftel des Betrags, der für die Gesamtreparatur der verunglückten DC 3 veranschlagt ist. Der Förderverein ist auf Spenden angewiesen. Bis jetzt hat er erst eine sehr bescheidene Summe beisammen. Mit einer neuen Werbekampagne hofft er nun auf breite Unterstützung. Dabei argumentiert der Verein vor allem mit der Luftbrücke. „Damals hat der ’Rosinenbomber’ uns gerettet, jetzt retten wir ihn“, sagte gestern Vereinschef Frank Hellberg. Das Flugzeug sei ein fliegendes Denkmal. Das steht auch im Mittelpunkt des Werbespots. Über Facebook, Twitter, Xing und YouTube soll der Spendenaufruf Menschen in der ganzen Welt erreichen. Für Deutschland gibt es noch eine eigene Kampagne: Wer eine SMS mit dem Wort „Rosine“ an die Telefonnummer 81190 schickt, spendet automatisch fünf Euro.

Wunsch des Fördervereins ist es nach wie vor, die Maschine zur Eröffnung des Großflughafens BER im Juni nächsten Jahres wieder abheben zu lassen. Nach den Vorstellungen Hellbergs könnte das Flugzeug in den Besitz einer Stiftung übergehen, der Förderverein „für das Leben“ des „Rosinenbombers“ zuständig sein und der Air Service Berlin, Hellbergs Firma, die Lizenz zum Fliegen zur Verfügung stellen. Es sollen dann wieder Rundflüge über Berlin und Brandenburg angeboten werden.

Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Dieter Kallbach, hat am vergangenen Wochenende den Vereinsstand auf dem Flughafen-Fest betreut. Die Informationen seien auf sehr großes Interesse gestoßen, freut sich Kallbach. „Das hat mich mächtig bewegt.“ Kallbach, der von der Interflug kommt, sieht angesichts der Leistungen der Luftbrücken-Besatzungen eine „moralische Verpflichtung“, die Maschine wieder flott zu bekommen. Er hatte sie 2001 selbst aus Coventry überführt und war dann einer der Rundflug-Piloten. So jemand wie Kallbach, der schwärmt sogar vom Gedröhn des Oldtimers: „ein Supersound“. Quelle