EADS hält Elektro-Flugzeuge für möglich

Flugzeuge haben bislang haben kein Image als Saubermann. Der Luftfahrtkonzern will etwas dagegen tun - und arbeitet eifrig an E-Fliegern für bis zu 70 Passagiere.

Bislang gibt es erst ein paar kleine, meist einsitzige Flieger mit Elektromotor. Die Forscher des EADS-Konzerns haben aber schon einen Vorschlag, wie ein großes Modell für 50 bis 70 Passagiere mit nahezu lautlosem Elektroantrieb aussehen könnte.

Zur Pariser Luftfahrtausstellung präsentiert der Luftfahrtkonzern jetzt eine Studie für einen Flieger ohne Triebwerke unter den Flügeln. Stattdessen befindet sich bei dem Konzept mit dem Namen VoltAir am Heck des Flugzeugs ein starker Elektromotor, der zwei gegenläufige Propeller antreibt.

"Das VoltAir-Konzept baut auf der Annahme auf, dass binnen 25 Jahren neuen Hochleistungsbatterien zur Verfügung stehen", sagt EADS-Forschungschef Jean Botti in Paris im Vorfeld der Luftfahrtmesse. Die Energie sollen so genannte Lithium-Sauerstoff-Batterien liefen, die derzeit in Laboren getestet werden. Sie sollen mit etwa 1000 Watt pro Stunden je Kilogramm Batteriegewicht zwei bis drei Mal leistungsfähiger als derzeitige Spitzenbatterien sein.

Das VoltAir-Konzept versteht EADS als Beitrag zur Forderung der EU-Kommission, die Emissionen und die Lärmbelastungen von Flugzeugen bis 2050 erheblich zu senken.

Neben den neuartigen Batterien sieht das Konzept einen supereffizienten Elektromotor vor. Durch so genannte supraleitfähige Kabel, die extrem gekühlt werden müssen, soll die Energie aus den Batterien ohne Verlust optimal genutzt werden. Damit könnten Elektromotoren ähnlich leistungsfähig wie herkömmliche Turbotriebwerke werden, heißt es bei der EADS.
Die Forscher des Luftfahrtkonzerns beschäftigten sich schon länger mit Elektroantrieben für Flugzeuge. So wurde das einsitzige Minimodell Cri-Cri, eines der weltweit kleinsten Flugzeuge, mit einem Elektroantrieb ausgerüstet.