Südkoreas Armee beschießt versehentlich Passagierflieger

Südkoreanische Soldaten haben versehentlich eine Passagiermaschine beschossen, die sie für ein nordkoreanisches Flugzeug hielten. Behördenangaben zufolge feuerten sie an der umstrittenen Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten mit Gewehren auf eine aus China kommende Maschine. Der Airbus flog jedoch außer Reichweite, Passagiere kamen nicht zu Schaden.

Die Armee erklärte, die Sicht der Soldaten sei durch dichten Nebel eingeschränkt gewesen. Der Vorfall ereignete sich am Freitag am Insel-Grenzposten Gyodong an der umstrittenen Seegrenze, wie Armee- und Luftfahrtvertreter sagten. Betroffen war eine Maschine der in Seoul ansässigen Gesellschaft Asiana, die mit 119 Menschen an Bord von China zur südkoreanischen Hafenstadt Incheon unterwegs war. Der Beschuss aus K-2-Gewehren habe das Flugzeug jedoch nicht gefährdet, da es zu hoch geflogen sei, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap einen Armeesprecher. Die Maschine passierte Gyodong zwölf Kilometer südlich. Gyodong ist rund 1,7 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt.


Die Soldaten hätten lediglich militärische Anweisungen befolgt, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Vorfall sei neben der schlechten Sicht auch auf die Spannungen mit Nordkorea zurückzuführen. Da es keine Schäden an dem Flugzeug gegeben habe, sei auch keine strafrechtliche Verfolgung der Soldaten geplant. Die an der Seegrenze stationierten Soldaten erhielten künftig ein zusätzliches Training, um feindliche Maschinen von Passagierjets unterscheiden zu können.


Die Beziehungen zwischen Nordkorea und Südkorea sind seit Monaten äußerst angespannt. Seoul wirft Pjöngjang vor, im März 2010 nahe der Seegrenze ein Kriegsschiff torpediert zu haben. Pjöngjang streitet jede Verwicklung in den Vorfall ab, bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen. Die Spannungen verschärften sich weiter, als der Norden Ende November eine grenznahe Insel Südkoreas beschoss und vier Menschen getötet wurden. Seoul hielt daraufhin eine Reihe von Militärmanövern ab, die der Norden scharf kritisierte.

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