Sigmund Jähn – 40 Jahre Kosmonaut

Am 26. August 1978 hob eine Sojus-Rakete  von der Startrampe ab und beförderte zwei Kosmonauten ins All zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. An Bord der Kapsel waren der sowjetische Kommandant, Waleri Bykowski, und der DDR-Bürger Sigmund Jähn, damals 41 Jahre alt (Foto: nach der Landung). Damit flog erstmals ein Deutscher ins Weltall.
Im Rahmen des Interkosmos-Programms bot die Sowjetunion jeweils einem Kandidaten aus verbündeten Ländern einen Platz in einer Sojus-Kapsel an. Für die DDR hatten sich Eberhard Köllner und Sigmund Jähn aus einer Gruppe von mehreren Bewerbern qualifiziert und absolvierten etwa zwei Jahre lang ein Kosmonauten-Training in der UdSSR. Beide waren Jagdflieger der Nationalen Volksarmee.
Sigmund Jähn wurde schließlich für den Flug vorgeschlagen und startete. Er blieb bis zum 3. September an Bord der Saljut 6 und führte dort wissenschaftliche Experimente durch. Teilweise waren die benutzten Geräte in der DDR entwickelt worden. Bekannt wurde besonders die Multispektralkamera MKF 6 zur Erdbeobachtung. Nach seinem Raumflug wurde Sigmund Jähn zu einer Berühmtheit, die enorm viele Termine in der Öfentlichkeit zu bestreiten hatte.
Nach der Wende 1989 war Jähn als Berater des  Astronautenzentrums des DLR und für die europäische Raumfahrtagentur ESA tätig. Hier konnte er seine Erfahrungen mit der russischen Raumfahrt einbringen. Sigmund Jähn hält heute Vorträge über die Raumfahrt und besucht zahlreiche Kongresse und Veranstaltungen zum Thema Raumflug.

Foto: Archiv FliegerRevue