Raketenstart vom Ballon aus

Der erste Test des spanischen Raketenneulings Zero2Infinity (etwa: Von Null bis zur Unendlichkeit) mit seiner Ballon-Raketen-Kombination ist am 1. März 2017 erfolgreich verlaufen. Dies gab die Firma jetzt bekannt. Ein Ballon trug die Rakete Bloostar auf eine Höhe von 25 Kilometern. Dort wurde die Rakete gezündet und konnte sich einwandfrei vom Ballon lösen.
Das gab es schon in den 1950er-Jahren in den USA – damals aber ohne wirklichen Erfolg. Anders als seinerzeit, durchstößt die Rakete nicht die Ballonhülle, sondern hängt an einem Ausleger und fliegt schräg vom Ballon weg. Die Rakete Bloostar ist dreistufig und wird mit flüssigen Treibstoffen angetrieben. Die beiden ersten Stufen umschließen die Drittstufe mit der Nutzlast ringförmig.
Ein Raketenstart in solcher Höhe hat den Vorteil, dass 95 Prozent der Atmosphäre unter dem Satellitenträger liegen und somit kein Luftwiderstand überwunden werden muss. Der Ballon mit der Bloostar wurde von einem Schiff nahe der Küste freigegeben und flog dann über den Atlantik.  Die Raketenmotoren der Stufen wurden jeweils nur wenige Sekunden gezündet, ein Orbit wurde nicht angestrebt. Die Bloostar wurde nach dem Flug geborgen. An Bord befanden sich Aufzeichnungsgeräte, welche etliche Parameter des Flugverlaufes gespeichert hatten. Der Versuch diente zum Testen des Gesamtsystems und der notwendigen Kommunikationskanäle.
Bis zu 100 Kilogramm Nutzlast soll die kompakte Rakete befördern, dabei sollen die Komponenten Ballon und Raketenstufen wiederverwendbar sein. Nach eigenen Angaben hat Zero2Infinity schon Optionen für 250 Millionen Euro für Satellitenstarts eingesammelt. Der erste kommerzielle Flug in den Orbit soll 2019 erfolgen. Zuvor will Zero2Infinity jedoch einen eigenen Testsatelliten in eine Umlaufbahn schießen.

Foto: Zero2Infinity