Stratolaunch entwickelt drei Trägersysteme

Das amerikanische Raumfahrtunternehmen Stratolaunch steht kurz davor, eines der größten Flugzeuge der Welt zum Erstflug zu bringen. Das mit Teilen von zwei Boeing 747 Jumbojet gebaute Trägerflugzeug hat seine Rolltests fast vollständig hinter sich und die Firma ist optimistisch, das Riesenflugzeug mit einer Spannweite von 117 Metern noch im Jahr 2018 zum Fliegen zu bringen. Von diesem Trägerflugzeug sollen Raketen in die Höhe getragen und von dort, nach Abwurf, gestartet werden. Bislang waren die geplanten Raketen nicht näher beschrieben worden. Am 20. August 2018 hat die Firma nun ihre Pläne veröffentlicht.
Stratolaunch möchte drei verschiedene Trägersysteme entwickeln. Das Medium Launch Vehicle MLV besteht aus zwei Feststoffstufen und einer Oberstufe mit Flüssigtreibstoffen. 3400 kg Nutzlast können in einen Orbit in 400 km Höhe befördert werden. Versehen mit zwei Feststoffboostern, wird aus dem MLV das schwere Trägersystem (Heavy) MLV-H mit 6000 kg Nutzlastkapazität. Ein Mini-Space-Shuttle bringt unbemannt eine noch nicht näher angegeben Nutzlastmasse in den Orbit und landet dann zur Wiederverwendung auf einer Landebahn. Eine spätere Version soll Astronauten zu einer Raumstation befördern. Neben diesen drei Eigenentwicklungen kann vom Trägerflugzeug auch die bereits bewährte Feststoffrakete Pegasus gestartet werden, die 350 kg in den 400-km-Orbit bringen kann. Der erste Start einer Pegasus-Rakete vom Trägerflugzeug soll 2020 durchgeführt werden.  

Grafik: Stratolaunch