Wiedergeburt der Dornier Seastar

Das rundum erneuerte Amphibium Dornier Seastar soll im August 2017 seinen Rollout feiern. Seit dem ersten Leben des kleinen Flugbootes ist viel passiert. Nach dem Erstflug im August 1984 war Dornier optimistisch, dass es einen Markt für Amphibien mit bis zu 12 Passagieren geben würde. Hauptsächlich wurde auf Asien geschaut. Hier sollte der boomende Tourismus auf den vielen idyllischen Inseln für einen regen Einsatz der Seastar sorgen. Auch als Überwachungs- und Rettungsflugzeug in dieser Region waren die Prognosen positiv. Doch nach nur zwei gebauten Maschinen zwangen finanzielle Probleme 1991 zur Aufgabe.
Seit 2008 wurden verschiedene Versionen eines Neustarts der Seastar durchexerziert. Erst 2013 kam mit dem Einstieg der chinesischen Gruppe Wuxi Industrial Development Bewegung in die Pläne. Die Familie Dornier hält selbst noch eine kleine Portion der Anteile am Projekt.
Die Seastar wurde zeitgemäß überarbeitet: Eine neue Avionic war unbedingt notwendig, die beiden Tandem-Triebwerke Pratt & Whitney PT6-135A arbeiten auf neue Fünf-Blatt-Propeller von MT, im Wasser unterstützt jetzt ein Hydro-Triebwerk das Manövrieren, am Land ein neues Fahrwerk mit steuerbarem Bugrad. Die Montage erfolgt noch in Deutschland, im traditionellen Oberpfaffenhofen, die Composite-Teile werden dagegen aus den USA geliefert.
Die ersten Flugtest von der Rollbahn werden 2019 in Oberpfaffenhofen, vom Wasser aus auf dem Comer See und Wolfgangsee stattfinden. Starts und Landungen auf dem offenen Meer sollen dann vor der Küste Kroatiens erfolgen. Mit der Zertifizierung wird nach 2020 gerechnet, danach sollen  die ersten Flugzeuge an Kunden gehen – fast 40 Jahre nach dem Erstflug.

Foto: Dornier Seawings